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Ingo Schulze „Die rechtschaffenen Mörder“

12.11.2020

© Gaby Gerster

Ingo Schulze gilt als „poetischer Erklärer“ deutsch-deutscher Befindlichkeiten. Einfühlsam und eigensinnig beschrieb er die Metamorphosen, die seit dem Fall der Mauer im Jahr 1989 und der von ihm keineswegs herbeigewünschten Wiedervereinigung eingetreten sind. In seinem neuesten Buch „Die rechtschaffenen Mörder“ spannt der aus Dresden stammende Autor den Bogen von den Siebziger Jahren bis in die Gegenwart. Sein Handlungsträger Norbert Paulini wandelt sich vom obsessiven Büchernarr und Antiquar in einer wohligen Nische der DDR-Gesellschaft zum schrulligen, bemitleideten Sonderling, der Schiffbruch erleidet und mit den Parolen von Pegida sympathisiert. Kein Rechtsextremist, sondern eher ein enttäuschter Konservativer – und „das sehe ich auch in der Wirklichkeit, bei vielen Anhängern der AfD oder bei Pegida“, sagt Ingo Schulze. Über mehrere Erzählebenen und aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Leben eines Intellektuellen, von dem man sich am Ende fragt: Ist er eine tragische Figur oder ein Mörder?

Lesedinner mit Viergang-Menü, Moderation: Christiane Kohl

Beginn: 19.00 Uhr

Eintrittspreis: ab 72,70 Euro

Infos und Ticketbestellung: http://www.literarischer-fruehling.de/

Ort: Hotel Die Sonne Frankenberg, Marktplatz 2 - 4, Philipp-Soldan-Stadt Frankenberg (Eder)

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