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Die Landesgartenschau 2027 in Frankenberg

Trotz Absage: Die Stadt schaut nach vorn

Die Stadt hatte sich bei der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen-Thüringen mbH offiziell um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 beworben. Inzwischen ist klar: Frankenberg hat den Zuschlag nicht bekommen, die Landesgartenschau findet 2027 in der Region Oberhessen statt.

Durch gezielte Stadtentwicklungsmaßnahmen hat sich in Frankenberg (Eder) innerhalb des letzten Jahrzehnts städtebaulich schon viel verändert. Die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 sollte unserer Stadt weitere wichtige Impulse zur nachhaltigen städtischen Entwicklung geben. Denn eine Gartenschau verknüpft Themen wie Ökologie, Besiedlung, Naturraum, Mobilität und Tourismus miteinander und erzielt viele langfristige Effekte – für das Stadtklima, für den Tourismus, für die Wirtschaft und die Infrastruktur in der ganzen Region.

Auch mit der Absage hat sich an den Zielen der Stadt nichts geändert: Das Wohnen, Leben und Arbeiten in Frankenberg soll künftig noch attraktiver sein!

Die Bewerbung

Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung war eine sogenannte Machbarkeitsstudie. In der Machbarkeitsstudie wurden mögliche Flächen, Potenziale für die Stadtentwicklung und zukünftige Siedlungsgebiete, mögliche Kosten, Besuchsprognosen und vieles mehr analysiert. Das Ergebnis war ein rundes Konzept, das zeigt, wie die Landesgartenschau in Frankenberg aussehen könnte.

Für die Machbarkeitsstudie hat Frankenberg rund ein Jahr lang eng mit zwei renommierten Partnern zusammengearbeitet: dem bundesweit tätigen Planungsbüro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten sowie der ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH mit Büros in Köln und Potsdam.

19. Mai 2021: Absage für die Frankenberger Bewerbung

Die Landesgartenschau 2027 wird nicht in Frankenberg (Eder) stattfinden. Das hat das hessische Kabinett entschieden. Die Wahl fiel auf die Bewerbung aus der Region Oberhessen, die mit insgesamt elf Kommunen die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen ausrichten wird. Gemeinsam beworben hatten sich die Kommunen Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg, Ranstatt und Schotten.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß bewies in seiner Reaktion auf die Absage Sportsgeist:

„Unsere Glückwünsche gehen an den Verein Oberhessen e. V. für dessen erfolgreiche Gartenschaubewerbung. Im ersten Moment sind wir natürlich enttäuscht über die Absage für Frankenberg. Die Großveranstaltung hätte sicherlich wichtige Impulse für die Stadt gebracht, die Chance auf noch mehr Gäste und sie hätte sich belebend auf Einzelhandel und Gastronomie ausgewirkt.

Wir haben aber nicht verloren – ganz im Gegenteil: Die Machbarkeitsstudie und der ganze Bewerbungsprozess waren ein echter Gewinn für Frankenberg. Allen, die Frankenberg bei der Bewerbung unterstützt haben – in der Verwaltung, der Politik, in den Vereinen, von Seiten der Bürgerschaft, der Unternehmen und Institutionen – sage ich herzlichen Dank für ein Jahr voller Engagement. Die Stadt ist dabei ein Stück näher zusammengerückt.

Gerade im Bereich der Bürgerbeteiligung haben wir viele gute Gespräche geführt, auch im Hinblick auf die weitere Stadtentwicklung. Wir sehen uns dadurch in unserem Kurs bestätigt und werden ihn weiterverfolgen – hin zu mehr Grün in der Stadt, mehr Vernetzung, zu gesteigerter Aufenthaltsqualität. In der Machbarkeitsstudie finden sich daher spannende Ansätze für die weitere Entwicklung Frankenbergs, die auch unabhängig von der Großveranstaltung Landesgartenschau umsetzbar sind. Dabei geht es um Naherholungsgebiete, um Infrastruktur, zukünftige Besiedelung, um Renaturierung und vieles mehr.

Für 2027 hatten sich so viele Städte wie nie für die Landesgartenschau beworben. Mit Blick auf die große Zahl der Bewerber sollte das Land Hessen jetzt sicherlich überlegen, ob man bei so großem Interesse weiterhin beim nur 4-jährigen Turnus der Gartenschauen bleibt. Weitere Landesmittel für eine Intensivierung der hessischen Gartenschauen sind aus meiner Sicht in Zukunft nötig.“

2. Februar 2021: Besuch der Fachkommission in Frankenberg (Eder)

Am 2. Februar hat die Fachkommission des Landes Hessen das potenzielle Frankenberger Landesgartenschaugelände begutachtet. „Ich sehe hier ein großes Potenzial. Frankenberg hat die Landesgartenschau als Motor für die weitere Stadtentwicklung erkannt.“ So fasste der Vertreter des hessischen Umweltministeriums, Helmut Eigemann, den Besuch der fünfköpfigen Fachkommission in Frankenberg zusammen. „Man merkt, dass Sie sich schon länger intensiv mit der Landesgartenschau auseinandersetzen“, bescheinigte auch Kommissionsmitglied Ralf Habermann, Vertreter des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten, der Stadt.

Vorausgegangen war ein gut dreistündiger Rundgang, orientiert am geplanten Rundweg für die Gartenschau: durch das Teichgelände, entlang der Nemphe, vorbei am Kloster, über große und kleine Wehrweide, durch die Altstadt bis hinauf auf den Burgberg. Die Kommission, neben Eigemann besetzt mit Fachleuten aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Landwirtschaft sowie Garten- und Landschaftsbau, bereist innerhalb von zwei Wochen die vier Bewerberstandorte.

„Die weitere Stadtentwicklung und die grüne Infrastruktur liegen uns am Herzen“, betonte Bürgermeister Rüdiger Heß beim Rundgang. „Wir konnten deutlich machen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Einige Projekte werden wir darum auf jeden Fall umsetzen, unabhängig von einer Zusage für die Landesgartenschau. Für die Bewerbung haben wir unser Bestes gegeben.“ Er hoffe jetzt auf das entsprechende Signal aus Wiesbaden. Die Kommission verfasst abschließend zu jedem Bewerber einen Bericht und spricht am Ende eine Empfehlung aus. Die Entscheidung über die Vergabe der Landesgartenschau 2027 trifft dann das hessische Kabinett – laut Eigemann nach den Besuchen „so schnell es geht.“

15. Dezember 2020: Abgabe der Machbarkeitsstudie

Die Bewerbung der Stadt Frankenberg (Eder) für die Ausrichtung der hessischen Landesgartenschau 2027 ist komplett und fristgerecht in Wiesbaden eingegangen. Bis zuletzt wurde noch mit viel Leidenschaft, Kreativität und Engagement an der Machbarkeitsstudie gearbeitet. „Seit 2017 hat sich Frankenberg auf diesen Moment vorbereitet“ freute sich Bürgermeister Rüdiger Heß. „Wir sind angetreten, um die Landesgartenschau 2027 nach Frankenberg zu holen. Wir setzen auf Sieg!“

Das Konzept mit dem Untertitel smart, vernetzt, grün reicht über den Zeitraum der Landesgartenschau 2027 hinaus und hat positive Auswirkungen auf Wohnen, Leben, Mobilität, Naherholung und Stadtklima. Erstellt hat die Stadt die Machbarkeitsstudie gemeinsam mit dem Planungsbüro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und der ift Freizeit- und Tourismusberatung - und den Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung. Über mehrere Beteiligungsformate war die Bürgerschaft zum Mitdenken und Ideen entwickeln aufgerufen worden. Einen breiten Rückhalt in der Region dokumentieren auch die 30 Logos, welche die Rückseite der Machbarkeitsstudie zieren. Zahlreiche Unternehmen, Verbände und Institutionen haben sich – zum Teil mit ganz konkreten Angeboten – für die Frankenberger Landesgartenschaubewerbung ausgesprochen. „Wir haben uns im Prozess stark vernetzt und das Konzept mit vielen Partnern in der ganzen Region verankert“, bestätigt auch Karsten Dittmar, Leiter des zuständigen Fachbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Finanzen im Rahmen eines Pressetermins.

Die Fachkommission des Landes wird im ersten Quartal 2021 in Frankenberg (Eder) die vorgesehenen Flächen begutachten.

29. Oktober 2020: Beschluss der Stadtverordnetenversammlung

Frankenberg bewirbt sich! In Ihrer Sitzung vom 29. Oktober 2020 hat die Stadtverordntenversammlung mit großer Mehrheit dafür gestimmt, sich mit der erarbeiteten Machbarkeitsstudie um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 zu bewerben. Die Studie zeigt, wie eine Gartenschau in Frankenberg möglich wäre und welche positiven Effekte die Schau für die Stadt hätte. Die vorgesehenen Kernflächen bestehen aus dem Teichgelände, dem Burgberg und den Wehrweiden.

Abgabeschluss der Unterlagen ist der 15. Dezember 2020. Bis dahin müssen die Unterlagen in Wiesbaden sein.

20. September 2020: Informationsveranstaltung "Kultur trifft Natur"

Im Rahmen des eigens dafür konzipierten Open-Air-Veranstaltungsformats „Kultur trifft Natur“ wurde auf dem Frankenberger Burgberg der aktuelle Stand des Landesgartenschau-Konzepts für Frankenberg präsentiert. Ein buntes Beiprogramm aus Information, Musik, Theater, Freiluft-Gottesdienst und lokaler Kulinarik lockte zwischen 10 und 15 Uhr insgesamt rund 280 Besucherinnen und Besucher.

„Die erste Runde der Bürgerbeteiligung war trotz Corona inspirierend und ein voller Erfolg“ erinnerte Bürgermeister Rüdiger Heß. „Mit dem jetzigen Format möchten wir einerseits über den Stand der Planungen informieren, andererseits den begonnenen Dialog mit der Bevölkerung fortsetzen und intensivieren.“ Die Veranstaltung begann um 10 Uhr mit einem Gottesdienst auf dem Burgberg und war als Kulturfest angelegt, mit Theaterelementen der Komödie Frankenberg, mit Musikensembles der örtlichen Musikschule und kulinarischen Beiträgen unter anderem vom Netzwerk Integration, vom Wildpark, von der Naju, dem Landfrauenverband und weiteren Akteuren.

Im gesamten Zeitraum bestand daneben die Möglichkeit, sich an verschiedenen Ständen individuell zu informieren und mittels Karten und Bildern in die Planungen einzutauchen. Möglich war es vor Ort auch weiterhin, sich aktiv mit Ideen und Anregungen in die Konzeption einzubringen.

30. Mai 2020: Ideen-Rallye für Bürgerinnen und Bürger

Welche Themen bewegen die Menschen vor Ort, wo hat die Stadt noch Entwicklungspotenzial, was für Ideen und Wünsche haben die Frankenberger Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt, wie könnten die Stadtteile in die Landesgartenschau einbezogen werden? Darum ging es am 30. Mai bei der von der Stadt Frankenberg (Eder) durchgeführten Ideen-Rallye.

Dem Beteiligungsaufruf der Stadt sind rund 70 Menschen aller Altersklassen gefolgt: Kindergarten- und Schulkinder, Einzelpersonen und Paare verschiedenen Alters, Rentner*innen und ganze Familien. Aufgrund der zu dieser Zeit extrem strengen Auflagen wegen der Corona-Pandemie hatte die Stadt gemeinsam mit den Planungsbüros das ursprünglich geplante Konzept umgestellt und die Veranstaltung komplett im Freien stattfinden lassen. In Kleingruppen wurden die Teilnehmenden zu zentralen Orten im Stadtgebiet geleitet und bei der Entwicklung von Ideen von Moderatoren unterstützt.

Von der Seilbahn auf den Burgberg über neue Veranstaltungsformate und die Errichtung von Wasserspielplätzen bis zum Abriss bestehender Gebäude – die Liste der Ideen und Wünsche war am Ende des Tages lang.

Bürgermeister Rüdiger Heß hatte schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass die Beteiligung der Bevölkerung für ihn ein zentrales Element der Machbarkeitsstudie ist. „Auch in Zeiten von Corona wollten wir darauf nicht verzichten. Unsere Erwartungen an die Veranstaltung wurden mehr als übertroffen. Mein Dank gilt allen, die uns bei der Bewerbung unterstützen und die mit ihren Ideen und Rückmeldungen das Konzept am Ende besser machen – für Frankenberg!“

31. März 2020: Bewerbungsschluss

Zum offiziellen Bewerbungsschluss am 31. März 2020 lagen fünf Bewerbungen in Wiesbaden vor. Neben der Frankenberger Bewerbung auch Unterlagen aus Bad Homburg, Dillenburg, der Region Oberhessen und Schwalmstadt.

 

Januar 2020: Großes Interesse im Land

13 Städte und Gemeinden haben unverbindlich ihr Interesse in Wiesbaden bekundet, die Landesgartenschau 2027 ausrichten zu wollen.

Juni/Juli 2017: Frankenberg wirft den Hut in den Ring

Im Juni 2017 hat die Frankenberger Stadtverordnetenversammlung einstimmig den Magistrat mit der Bewerbung für die Landesgartenschau beauftragt – mehr Geschlossenheit geht kaum. Keine zwei Wochen später hat sich die Stadt Frankenberg (Eder) initiativ für die Landesgartenschau beworben – die Ausschreibung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal veröffentlicht.

Landesgartenschauen in Hessen

In Hessen findet alle vier Jahre eine Landesgartenschau statt. Die Gartenschauen haben zum Ziel, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen zwölf und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen werden in der Regel zahlreiche Ausstellungen sowie eine Vielzahl an größeren und kleineren Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände durchgeführt. Die letzte Landesgartenschau in Hessen fand 2018 in Bad Schwalbach statt, die nächste findet 2023 in Fulda statt.

Kontakt:

Projektmanagement:

Sophie Bittner
Telefon: 06451 505-135
E-Mail: bittner.sophie@frankenberg.de

Presse u. Öffentlichkeitsarbeit

Florian Held
Telefon: 06451 505-209
E-Mail: held.florian@frankenberg.de

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