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Rückenwind fürs Fahrrad in Frankenberg

16. Dezember 2020. Schnell, gesund, günstig und klimaschonend – die Vorteile des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel liegen auf der Hand. Viele Faktoren beeinflussen aber den tatsächlichen Einsatz im Alltag. Die Werte für den Fahrradverkehr in Frankenberg sowie im ganzen Landkreis sind bislang eher vage. Auch dazu hat die Stadt Frankenberg in einer Haushaltbefragung ihre Bürger*innen befragt. Wenngleich die Ergebnisse der Befragung für das Thema „Fahrrad“ nicht repräsentativ sind, dienen sie als Anhaltspunkt für aktuelle und zukünftige Bedarfe.

Eine deutliche Mehrheit von 80 Prozent der Befragten besitzt laut Umfrage ein Fahrrad oder Pedelec/E-Bike – oder sogar beides. Zwar sind die motorunterstützten Räder noch in der Minderheit, der Trend zur E-Mobilität ist aber deutlich spürbar: Rund 27 Prozent der Befragten gaben an, ein Pedelec oder E-Bike zu besitzen. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden nutzen ihr Fahrrad/Pedelec den Angaben zufolge mindestens gelegentlich. Besonders erfreulich aus Sicht der Stadt dabei: die Hälfte davon mehrmals pro Woche oder sogar täglich.

„Wenn wir nicht schon in Sachen Radverkehrsförderung unterwegs wären, dann müssten wir spätestens jetzt damit beginnen“, sieht Bürgermeister Rüdiger Heß sich durch die Ergebnisse im Kurs bestätigt. „Um die Verkehrswende umzusetzen, braucht es Alternativen zum Auto. Mit dem Fahrradverkehrskonzept der Stadt und den darin beschriebenen Maßnahmen sind wir auf dem richtigen Weg.“

Bei der Nutzung des eigenen Fahrrads bzw. Pedelecs dominiert erwartungsgemäß vor allem der Freizeitbereich. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. 816 der Befragten nutzen das eigene Zweirad entsprechend in der Freizeit. Für deutlich weniger Menschen ist das Rad auch Fortbewegungsmittel für Alltagswege: 252 der Teilnehmenden nutzen das Fahrrad zum Einkaufen, 199 für den Weg zur Schule oder zur Arbeit. 52 Personen steigen für „sonstige“ Gründe aufs Rad – genannt wurden hier unter anderem Urlaub, Nutzung als Sportgerät, für Arztbesuche und allgemein „kurze Wege“.

Mit welchen Verkehrsmitteln sind die Frankenberger in ihrem Alltag unterwegs – auch danach hatte die Stadt gefragt. Die Teilnehmenden sollten angeben, wie viel Prozent der alltäglichen Wege mit welchem Verkehrsmittel zurückgelegt werden. Zur Auswahl standen der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad bzw. E-Bike, Motorrad oder -roller, das eigene Auto und „zu Fuß“. Mit rund 67 Prozent legen die Frankenberger der Umfrage zufolge die meisten Wege mit dem eigenen Auto zurück. Fast jeder fünfte Weg (17,8 Prozent) wird zu Fuß zurückgelegt, knapp jeder achte mit dem Fahrrad (11,9 Prozent). Sowohl der ÖPNV wie auch Motorrad bzw. -roller spielen mit je 1,4 % der Alltagswege keine wichtige Rolle vor Ort. Speziell der ÖPNV-Anteil ist demnach noch steigerungsfähig und fällt im Vergleich zum hessischen Durchschnitt (2017: 11 Prozent) stark ab.

Abschließend hatte die städtische Umfrage noch das STADTRADELN thematisiert. 2020 hatte die Stadt Frankenberg (Eder) zum ersten Mal am STADTRADELN teilgenommen. Die Resonanz auf die Aktion war groß: Knapp 600 Menschen hatten sich in Frankenberg aktiv daran beteiligt und gemeinsam über 120.000 Fahrradkilometer gesammelt. Organisiert wird die internationale Kampagne seit einigen Jahren vom Klima-Bündnis.

Der Umfrage zufolge ist die Sichtbarkeit der Kampagne in der Bevölkerung bereits nach dem ersten Jahr relativ hoch. Rund 84 Prozent der Befragten gaben an, von der Aktion gewusst zu haben – unabhängig von einer Teilnahme. Mit 154 Befragten hatten schon in diesem Jahr rund 14 Prozent an der Aktion teilgenommen, weitere 44 Prozent können sich eine Teilnahme im kommenden Jahr vorstellen oder sind zumindest interessiert. Frankenberg hatte sich in der Kategorie bis 50.000 Einwohner in Hessen einen respektablen dreizehnten Platz erradelt. Bei den „Newcomer-Kommunen“ lag Frankenberg sogar auf dem dritten Platz. Eine Teilnahme ist auch im kommenden Jahr geplant.

Fahrrad und Frankenberg - das passt gut zusammen

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