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Landesgartenschau-Konzept geht in die heiße Phase

Im Dialog mit den Experten aus der Region (hinten, v. l.): die Planer Clas Scheele (RMPSLLA) und Christian Rast (ift).

17. Juli 2020. In rund zweieinhalb Monaten, Ende September, würde die Abgabefrist für eine Landesgartenschau-Bewerbung enden – eigentlich. Um die potenziellen Bewerber während der zu bewältigenden Corona-Pandemie zu entlasten, hat die Landesregierung den Bewerbungsschluss auf Mitte Dezember verlegt.

„Wir halten grundsätzlich am ursprünglichen Zeitplan fest und machen unsere Bewerbung für die Landesgartenschau 2027 wie geplant fertig. Die zusätzliche Zeit werden wir für weitere Detailarbeit nutzen“, lässt sich Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen.

Auf diesem Weg solle es für Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin die Möglichkeit geben, konstruktiv zum Konzept beizutragen. „Wir bekommen nach wie vor Rückmeldungen und Ideen über die extra eingerichtete E-Mail-Adresse landesgartenschau@frankenberg.de. Ich hoffe das bleibt so“, erklärt Heß. „Was mögliche Außenstandorte angeht, möchte ich insbesondere die Menschen in den Stadtteilen aufrufen, weiter mit guten Ideen und konkreten Vorschlägen auf ihren Stadtteil aufmerksam zu machen“, ruft Heß noch einmal zum aktiven Mitdenken auf.

Nach der öffentlichen Ideen-Rallye durch Frankenberg Ende Mai hat die Stadt auch insgesamt fünf sogenannte Expertenrunden erfolgreich durchgeführt. Moderiert und begleitet von den externen Planungsbüros haben Vertreter aus Politik, von verschiedenen öffentlichen Stellen, privaten Kulturschaffenden und Initiativen sowie zahlreichen Unternehmen gemeinsam die Potenziale der Stadt und der Region in Bezug auf eine Gartenschau-Bewerbung diskutiert, Ideen entwickelt und erste Schwerpunkte gesetzt.

Die externen Planungsbüros waren sehr zufrieden mit den Ergebnissen aus der Bürgerbeteiligung. „Die Bürgerbeteiligung war sehr erkenntnisreich, sowohl die Expertenrunden als auch die Ideen-Rallye waren hervorragende Veranstaltungen“, bestätigt Clas Scheele vom Planungsbüro RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten. „Der Input war sehr vielfältig, es hat eine spannende Verknüpfung verschiedener Ebenen städtischen Lebens stattgefunden – ökologisch, sozial, ökonomisch, touristisch und kulturell –, alles in Verbindung mit nachhaltigem Handeln.“

Die Erkenntnisse aus den Standortanalysen und Besuchsprognosen, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie durchgeführt wurden, zeigen schon jetzt, dass eine Landesgartenschau in Frankenberg machbar und tragfähig ist. Ausreichend Besucherpotenzial ist in der Region und im Umkreis von ca. zwei Autostunden auf jeden Fall vorhanden. „Wie viele Menschen eine Landesgartenschau besuchen, hängt von vielen Faktoren wie Wetter, Einzugsgebiet, Werbung und Infrastruktur ab“, weiß Christian Rast vom Planungsbüro ift. Aber: „Je attraktiver die Schau und je besser das Marketing, desto mehr Menschen kommen in die Stadt.“

In der verbleibenden Zeit geht es jetzt darum, die Erkenntnisse weiter systematisch auszuwerten, die örtlichen, zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Durchführung der Landesgartenschau festzulegen, mögliche Außenstandorte zu identifizieren und strategische Partner zu finden. „Damit wir in Wiesbaden am Ende ein schlüssiges und erfolgreiches Konzept vorlegen können“, richtet der Bürgermeister seinen Blick nach vorn.

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