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Gebäudethermografie bei älteren Häusern

Viele Schwachstellen bei unrenovierten und älteren Häusern

In Kooperation mit der EnergieGesellschaft Frankenberg bot die Stadtverwaltung die Erstellung von Thermografieaufnahmen und deren Auswertungen an. „Die Thermografie ist eine Momentaufnahme der Oberflächentemperaturverteilung eines Gebäudes“, erläuterte Farima Tehranchi, Klimaschutzmanagerin der Stadt Frankenberg. Mit Thermografieaufnahmen ist es möglich, energetische Schwachstellen am Gebäude gezielt ausfindig zu machen. „Im Rahmen der Auswertung der Aufnahmen kann man sich dann ausführlich über Gegenmaßnahmen informieren und kann entsprechende energetische Sanierungsmaßnahmen angehen“, ergänzte die Klimaschutzmanagerin. Für die Thermografieaufnahmen sei die kühle Witterung der letzten Wochen ziemlich günstig gewesen. Tehranchi: „Idealerweise sollten Temperaturdifferenzen zwischen den Innenräumen und der Außenwelt von mindestens 12 bis 15 Grad herrschen.“

Auf das Angebot des Klimaschutzmanagements der Stadt Frankenberg und der EGF hatten sich mehrere interessierte Hauseigentümer gemeldet. In der vergangenen Woche wurden die aussagekräftigsten Bilder als Ausdruck überreicht. Gespannt verfolgten Gebäudeenergieberater Hubert Meier und Stefan Klinge von der EGF die Auswertungen. Die beiden Experten sprachen die auffälligsten Schwachstellen der untersuchten Häuser an und erörterten mögliche Ursachen. „Unrenovierte und ältere Häuser wiesen erwartungsgemäß viele Schwachstellen auf. Heizkörpernischen, Gauben, die Umrisse der Geschossdecken und vor allem die Fenster waren wiederkehrend gelb bzw. rot leuchtend auf den Thermobildern auszumachen und somit recht warm“, erläuterte Klimaschutzmanagerin Tehranchi. Wurden dagegen ältere Gebäude nachträglich erweitert, war die deutlich verbesserte Wärmedämmung durch die Verwendung der neuen Baustoffe sehr gut erkennbar. An der ein oder anderen Stelle traten auch Wärmebrücken auf. „Diese sind Bereiche eines Hauses, an denen Wärme in besonders hohem Maß entweicht. Sie verursachen nicht nur hohe Heizkosten, sondern begünstigen auch die Schimmelbildung“, betonte Tehranchi. Die Ursachen für Wärmebrücken seien bei der rein äußerlichen Betrachtung nicht leicht zu finden, gerade dazu könnten Thermografieaufnahmen gut weiterhelfen. Auch konnten durch die Gebäudethermografie Wärmelecks an Türen ausfindig gemacht werden.

Die Experten wiesen bei der Auswertung aber auch darauf hin, dass in den meisten Fällen eine Thermographie alleine nicht ausreicht, um die Notwendigkeit von Dämm- oder anderen Energiesparmaßnahmen zu bewerten. Für eine gründliche Analyse müsse die Gesamtsituation des Hauses, d. h. von Heizung, Fenstern, Fassade und Dach einbezogen werden. Tehranchi: „Eine gute Beratung sollte vor jeder Modernisierung stattfinden.“ Die Klimaschutzmanagerin fasste nochmal zusammen: die EGF bietet und fördert aussagekräftige Messungen durch Außenthermografie von Gebäudehüllen und Gebäudeteilen sowie eine Beurteilung von bauphysikalisch wichtigen thermischen Signaturen. Das Klimaschutzmanagement der Stadt Frankenberg bietet sanierungsinteressierten Eigentümern Beratungen an. „Wir geben den Ratsuchenden einen Überblick und grundsätzliche Informationen und sind damit die erste Anlaufstelle auf dem Weg zu einer aussichtsreichen Sanierung“, betonte Klimaschutzmanagerin Farima Tehranchi abschließend.

Kontaktdaten: M. Eng. Dipl.-Ing. Farima  Tehranchi, Klimaschutzmanagerin der Stadt Frankenberg (Eder), Obermarkt 7-13, 35066 Frankenberg (Eder), Telefon :06451-505145, Telefax :06451-505100, E-Mail: tehranchi.farima@frankenberg.de.

 

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