Hummelsterben - Silberlinde ist längst rehabilitiert

Die Wissenschaft hat den Mythos von der "Mörderlinde" widerlegt

Wer in den einschlägigen Suchmaschinen im Internet die Begriffe „Silberlinde“ und „Hummelsterben“ oder vergleichbare eingibt, erhält den aktuellen Forschungsstand zum Thema, erfährt aber auch von einem Mythos, der sich seit Jahrzehnten hält.

Die am 20. Juli 2018 in der Frankenberger Allgemeine, HNA, dargestellte Meinung verunsichert somit die Bevölkerung – entgegen neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gerade, da der HNA dieser für die Allgemeinheit zugängliche Sachstand von der Stadtverwaltung mitgeteilt war, ist es absolut unverständlich, dies so unausgewogen und auf eine Einzelmeinung abgestimmt der Öffentlichkeit darzustellen.

Auch wird im Artikel eine Einzelmeinung über die engagierte Mitarbeit von Ehrenamtlichen gestellt, die sich in mehreren Sitzungen im Landschaftsbeirat intensiv mit der Silberlinde und dem Hummelsterben auseinandergesetzt haben. Wie die meisten Fachleute kamen sie dabei zu dem Ergebnis, dass die Hummeln an Nahrungsmangel sterben – zum Beispiel wegen sehr gepflegter Hausgärten – und nicht durch die Silberlinde.

Zur Blühzeit der Silberlinde gibt es kaum mehr andere Nahrungsquellen für die Hummeln und die Konkurrenz dort ist entsprechend hoch. Folglich werden die Hummeln keinesfalls vom Nektar der Silberlinde vergiftet, sondern sterben dort schlicht an Nahrungsmangel.

Im Gegenteil wird inzwischen durch Fachleute geraten, Spätblüher wie die Silberlinde vermehrt anzupflanzen, um das Nahrungsangebot in dieser Zeit zu erhöhen. Für den Spätsommer alternative Blühpflanzen anzupflanzen ist der beste Weg, um das Hummelsterben zu vermeiden.

Entgegen der in der HNA vom 20.07. zitierten Meinung unternimmt die Stadt vielfältige Maßnahmen, damit Hummeln, Bienen und andere Insekten ein größeres Nahrungsangebot vorfinden. Dazu zählen zum Beispiel die Entsiegelung von Verkehrsflächen, die Anlage von Blühwiesen und die kostenlose Abgabe von Samenmischungen, um Privatleute zu ermuntern, ebenfalls Blühwiesen anzulegen.

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