Der Frankenberger Stelen-Mensch

Ein Kunstwanderweg durch die Stadtlandschaft

Im Stadtraum gibt es 37 Kunstwerke zu entdecken. Entlang ausgewählter Frankenberger Straßen wurden stelenförmige Skulpturen aufgestellt. Verbindet man die Standorte miteinander, bilden sie eine Figur, das Gesamtkunstwerk „Frankenberger Stelen-Mensch“. Jede Stele (Säule) ist Sinnbild für einen Menschen, seinen ureigensten künstlerischen Ausdruck und Charakter.

Entstanden ist der „Frankenberger Stelen-Mensch“ während des Internationalen Kunstfestivals „Stadt Kunst Stelen Mensch“ anlässlich der 750-Jahrfeier der Stadt Frankenberg. 25 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt gestalten 37 Stelen im Frankenberger Lokschuppen.

„Wir müssen uns das Ganze der Menschheit aus Bruchstücken zusammensetzen.“ (Friedrich Schiller)

Das Punktuelle wird im Kopf zum Ganzen, zum Menschbild in der Vielfalt künstlerischen Ausdrucks. So bleibt es jedem überlassen, die einzelne Stele zu betrachten und den Stadtraum, in dem sie steht, vielleicht aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Stadterkundung und Kunstentdeckung.

Künstlerliste

  1. Gisela Kaiser "Ausstellung" / Deuschland
  2. Hubert Schmitt "III/4" / Deutschland
  3. Thomas Etienne "Bewegung" / Deutschland
  4. Bernd Morgenroth "Die Brille des Unheimlichen" /D
  5. Hilla Dirks "Care" / Deutschland
  6. Gisela Kaiser "Ohne Titel" / Deutschland
  7. Ulrich Barnickel "Einbindung" / Deutschland
  8. Reta Reinl " 1+2+3=1" / Deuschland
  9. K. V. Balakrishnan "Ohne Titel" / Indien
  10. Ans Peters "Baum 94" / Niederlande
  11. lrmgard Herzog "Einweg-Zweiweg" / Deutschland
  12. Berit Akeson "Dame mit Hut" / Deutschland
  13. Amanda Barrow "Schnittpunkt" / USA
  14. Igor Kaschkurewitsch "Ohne Titel" / Deutschland
  15. Sergej Schtscherbakow "Ohne Titel" / Russland
  16. Michael Krumpholz "Ohne Titel" / Deutschland
  17. V. Vasudevan "Ohne Titel" / Indien
  18. Prof. Rosi Meyer "Klangspiel" / Deutschland
  19. Brynhild Slaatto "Die Schildwache“ / Norwegen
  20. Igor Kaschkurjewitsch "Der Mensch" / Deutschland
  21. Sergej Schtscherbakow "Ohne Titel" / Russland
  22. V. Vasudevan "Ohne Titel" / Indien
  23. Irmgard Herzog "Schachnovelle" / Deutschland
  24. Elena Dwornikowa "Ohne Titel" / Russland
  25. K. V. Balakrishnan "Ohne Titel" / Indien
  26. Rolf Steiner "Wächter" / Deutschland
  27. Claudia Wilm "Verbundenes" / Deutschland
  28. Elena Dwornikowa "Ohne Titel" / Russland
  29. Rolf Steiner "Minotaurus auf dem Einrad" / Deutschland
  30. Kordula Klose "Stahlplastik XIV/1994" / Deutschland
  31. Berit Akeson "Elefant im goldenen Käfig" / Deutschland
  32. Sanja Zivo "Eppur si muove"/ Deutschland
  33. Reta Reinl "doch trotzdem - sieh die Flügel aus dem Rund"
  34. Sanja Zivo "Eisenherz" / Deutschland
  35. Thomas Etienne "Workshop" / Deutschland
  36. Günther Kraußmann-Borgemeister "Ohne Titel" / D
  37. Eckehard Franz "Steinreihe 1 1/2" / Deutschland

Vorgeschichte:

Der Frankenberger Lokschuppen - Neue Kultur auf alten Gleisen

Eine Initiativgruppe um die Künstler Berit Akeson, Berndt Johannsen und Reta Reinl entwickelte das Konzept für das Kunstfestival 1994 anlässlich der 750-Jahrfeier  der Stadt Frankenberg (Eder). Auf der Suche nach einem geeigneten Festivalort entdeckten Hilde Kupfer und Manuel Zimmermann den Frankenberger Lokschuppen. Ein Lokomotivrundschuppen mit Anbau (ca. 1500 m²) mit erhaltener Drehscheibe. Die damalige Nutzung als Industrielagerhalle wurde der außergewöhnlichen Architektur in keiner Weise gerecht. 1993 machte die Gesamthochschule Kassel unter Leitung von Prof. Alexander Eichenlaub die zukünftige kulturelle Nutzung und bauliche Instandsetzung zum Thema eines Architekturprojektes. Ein prägnantes Industriedenkmal  hätte mit den dort entstandenen Konzepten zum  zeitgenössischen Kultur-Raum werden können. Mit der kulturellen Erstnutzung zeigten das Architekturprojekt mit Ausstellung der Konzepte, Theater auf schwingenden Bühnen und das Kunstfestival das Potential des unsanierten Lokschuppens auf. Veranstalter und Besucher waren begeistert von der besonderen Atmosphäre, Akustik und den Perspektiven. Der Frankenberger Lokschuppenverein wurde nach dem Kunstfestival noch 1994 gegründet. Leider fiel der Lokschuppen mehrfach der Brandstiftung zum Opfer. Die Brandruine wurde nicht wieder aufgebaut.

Internationales Kunstfestival 1994

STADT-KUNST-STELEN-MENSCH

1994 fand in Frankenberg das internationale Kunstfestival Stadt-Kunst-Stelen-Mensch statt. Die Künstlerinnen Berit Akeson und Reta Reinl realisierten gemeinsam mit der Stadt Frankenberg das Konzept im Frankenberger Lokschuppen.
25 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt arbeiteten zwei Monate lang gemeinsam im Frankenberger Lokschuppen und schufen dort 37 Stelen, die entlang ausgesuchter Frankenberger Straßen aufgestellt wurden.
Bildhauer, Maler, Metallgestalter und TextilkünstlerInnen arbeiteten interdisziplinär zusammen. Das Festival hatte durchaus einen experimentellen Ansatz. Man wollte zusammen die Grenzen des jeweiligen Materials/Genres ausloten. Das Experimentieren nahm da, wo es angebracht war, das Risiko in Kauf, dass Materialien und Techniken in neuer Kombination anders reagierten. Das Gesamtkunstwerk Frankenberger Stelen-Mensch ist Ausdruck von Austausch, Kommunikation und Experiment.  Die Ergebnisse dieses Künstleraustauschs kann man vielen Stelen ansehen. Da wurde Metall gewebt und z.B. Fasern mit Holz verbunden. Immer entstanden stelenförmige Objekte, die man als Sinnbild für einen Menschen UND als Teil des Gesamtkunstwerks „Frankenberger Stelen-Mensch“ sehen kann.
Die Kombination aus Ausstellung, Workshop und Rahmenprogramm wurde zur Attraktion im Jubiläumsjahr und zum Publikumsmagneten. Das Festival wurde zu einer intensiven Begegnung von Künstlern unterschiedlicher Sparten und verschiedener Kulturen. Die Besucher kamen und kamen wieder um die Fortschritte der Kooperationen zu sehen und in Dialog zu treten mit Künstlern und Kunst. Was als künstlerisches Experiment geplant war, wurde zum großen Erfolg.
Das Gesamtkunstwerk Frankenberger Stelen-Mensch ist Ausdruck von Austausch, Kommunikation und Experiment und ein Geschenk der Künstler an die Stadt zur 750-Jahrfeier. Viele der Stelen werden auch zur 850-Jahrfeier noch zum Stadtspaziergang einladen.
2014 wurde der 20. Stelen-Mensch-Geburtstag in der Rathausschirn gefeiert. Die Stelen wurden repariert, wo nötig. Zerstörte Stelen wurden durch Stelen-Figurinen ersetzt, ein Info-Flyer aufgelegt und eine Infotafel im Landratsamtsgarten aufgestellt.
Zu wechselnden Terminen werden Stelen-Wanderungen angeboten. Aktuelle Termine dazu auf Anfrage. Ansprechpartnerin im Stadthaus ist Astrid Krumpholz, Telefon: (06451) 505-113, Email:  krumpholz.astrid@frankenberg.de