Philipp Soldan, Frankenberg und die Reformation

Ausstellung vom 16. Juli bis 31. Oktober

Wer war Philipp Soldan? In was für einer Zeit hat er gelebt? Wer waren seine Zeitgenossen und Auftraggeber? Mit diesen Fragen beschäftigt sich erstmals eine große Ausstellung zu Ehren des Künstlers und Bildhauers in Frankenberg (Eder).

Philipp Soldan lebte von etwa 1500 bis 1570 und war ein Zeitgenosse des hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen (1504–67) , der als Partner Martin Luthers einer der wichtigsten politischen Führer der Reformation in Deutschland war. In Frankenberg (Eder) führte Philipp Soldan eine Werkstatt und schuf dort sein umfangreiches plastisches Werk in Holz, Stein und Eisen – unter anderem die berühmten Huckepackfiguren am Frankenberger Rathaus.

Damit ist das Frankenberger Rathaus gleichzeitig Ausstellungsort und Objekt. Erstmals seit 65 Jahren sind auch alle 32 Balkenköpfe, einst von Soldan für die Liebfrauenkirche gefertigt, wieder in Frankenberg (Eder) vereint. Soldans Werk umfasst auch zahlreiche gusseiserne Ofenplatten mit biblischen Motiven. Sie finden sich heute in vielen Museen und Schlössern verstreut, so in Marburg, Kassel und Schmalkalden sowie in Nürnberg, Metz und Kopenhagen.

An drei Orten – dem Historischen Rathaus von 1509, dem Haus am Geismarer Tor sowie im Museum im Kloster – begegnen die Besucher nicht nur Werken von Philipp Soldan. Die Ausstellung beschäftigt sich darüber hinaus mit seinem geschichtlichen Umfeld, seinem Werdegang, verschiedenen Zeitgenossen und Auftraggebern sowie seinen Techniken, Materialien und Werkzeugen.

Veranstaltet wird die Ausstellung von der Stadt Frankenberg (Eder) sowie dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, finanziert wird je zur Hälfte aus Spenden lokaler Unternehmen und öffentlichen Mitteln. Die Schirmherrschaft haben der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Annette Viessmann übernommen.

Das Kuratorenteam besteht aus Dr. Birgit Kümmel (Bad Arolsen) sowie den Historikern Friedhelm Krause und Kirsten Hauer (beide Marburg). Zahlreiche Kooperationspartner unterstützen die Ausstellung: die Evangelische Kirche im Kirchenkreis Eder, das Museum Bad Arolsen, das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Marburg, das Hessische Landesamt für Geschichte sowie mehrere Vereine wie der Verein Kreisheimatmuseum Frankenberg e.V, der Kunsttreff Frankenberg e.V., der Zweigverein Frankenberg des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde sowie der Verein der Freunde des Klosters Haina.

Ausstellungsorte vom 16. Juli bis 31. Oktober 2017

Rathaus (ganztägig)

Haus am Geismarer Tor, Geismarer Straße 3 (Mittwoch und Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr)

Museum im Kloster Frankenberg, Bahnhofstraße 14 (Mittwoch und Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr)


Weitere Informationen:

Museum im Kloster Frankenberg: 06451 743672

Ederbergland-Touristik: 06451 717672

Die Huckepackfigur am Untermarkt in Frankenberg (Eder)

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