Zusammenarbeit bei den Standesämtern

Frankenberg (Eder), Haina (Kloster), Frankenau, Rosenthal und Gemünden (Wohra) sind dabei

Seit Februar diesen Jahres – unterbrochen durch die Kommunalwahlen im März - sprechen die Bürgermeister der Städte Frankenberg (Eder), Frankenau, Rosenthal und Gemünden sowie der Gemeinde Haina (Kloster) über die Zusammenfassung des Standesamtswesens im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ). Bekanntlich arbeiten die Kommunen des Frankenberger Landes schon seit einigen Jahren im Rahmen des ‚Kommunalen Serviceverbundes Frankenberger Land‘ im Bereich der Personalverwaltung und der Ausbildung, des Datenschutzes, der Korruptionsvermeidung, der Gefahrgutüberwachung, der Arbeitssicherheit sowie in Teilbereichen der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung zusammen.

Neu hinzukommen soll ab dem kommenden Jahr das Standesamtswesen. „Schon jetzt beurkundet Frankenberg 100% der Geburten, weil die Kinder im Kreiskrankenhaus, und damit im Standesamtsbezirk Frankenberg geboren werden“, bilanzierte der Gemündener Bürgermeister Frank Gleim, der gleichzeitig auch Geschäftsführer des Kommunalen Serviceverbundes ist. Bei den Sterbefällen und den Eheschließungen sieht es fast ähnlich aus: „Rund drei Viertel der Sterbefälle und zwei Drittel der Eheschließungen werden aktuell schon im Frankenberger Standesamt beurkundet“, ergänzte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß. Ein Grund mehr, die Standesämter der IKZ-Kommunen von den Standesamtstätigkeiten ganz zu entlasten. Die Bündelung fachlicher Kompetenzen bei den Standesbeamtinnen und Standesbeamten im Frankenberger Stadthaus, die schon bisher ausschließlich Standesamtsfälle bearbeiten, sowie Einsparpotentiale bei Sach- und Personalkosten sehen die Bürgermeister als Vorteile für einen künftigen gemeinsamen Standesamtsbezirk. „Fachliteratur, Bürobedarf oder EDV-Kosten für die Standesamtsprogramme müssen dann nicht mehr fünffach vorgehalten werden“, betonte der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede. „Gerade die Nutzung des Fachwissens bei schwierigeren Personenstandsfällen, die ja auch durch die Flüchtlingsthematik verstärkt auftreten, ist ein großer Vorteil der künftigen Zusammenarbeit“, ergänzte sein Rosenthaler Amtskollege Hans Waßmuth. Und der Hainaer Bürgermeister Rudolf Backhaus betonte, dass die bisherigen Standesbeamten in den IKZ-Kommunen dann mehr Zeit für ihre originären Aufgaben finden werden, da gerade in den kleineren Verwaltungen die Standesamtstätigkeiten im Durchschnitt nur rund 20% der Tätigkeiten ausmachen.

Die neue IKZ Standesamt wird die Verwaltungsleistungen rund um Geburt, Eheschließung und Todesfall künftig für ca. 30.500 Bürgerinnen und Bürger zentral in Frankenberg bereitstellen. Dabei ändert sich gerade für die Bürgerinnen und Bürger wenig, stellten die fünf Bürgermeister klar. Geburts- und Sterbefallurkunden würden ohnehin fast ausschließlich von Dritten – Krankenhäuser, Bestattungsinstitute – veranlasst. „Dafür sind keine persönlichen Vorsprachen beim Standesamt notwendig“, erklärte Serviceverbundgeschäftsführer Frank Gleim. „Lediglich für die Anmeldung zur Eheschließung müssen die Bürgerinnen und Bürger noch persönlich beim Standesamt vorsprechen, aber das kommt ja im Leben normalerweise nicht so häufig vor“, ergänzte der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß augenzwinkernd.

Außerdem verständigten sich die fünf Rathauschefs aus Haina, Rosenthal, Frankenau, Gemünden und Frankenberg dahingehend, die Möglichkeit zur Eheschließung vor Ort beizubehalten. „Rosenthal hat ja mit dem alten Rathaus, Frankenau mit der Schulscheune in Louisendorf und Haina mit seinem Kloster sehr schöne Trauräume, wo weiterhin von den derzeitigen Standesbeamten vor Ort Trauungen durchgeführt werden können“, betonten die Bürgermeister Waßmuth, Brede und Backhaus.

Für die Bürger würden sich durch die interkommunale Zusammenarbeit also gar nicht so viele Veränderungen ergeben. Die Beantragung von Urkunden im künftigen Frankenberger Standesamtsbezirk ist in der Regel elektronisch per Mail oder per Telefon möglich; der Versand erfolgt nach Vorauskasse der Verwaltungsgebühren. „Somit besteht für Bürgerinnen und Bürger aus Haina, Frankenau, Gemünden oder Rosenthal keine Notwendigkeit, nach Frankenberg zum Standesamt zu fahren“, erläuterte Heß. Weiterhin verabredeten die Bürgermeister, mögliche Trauorte und Zeiten vorab mit Bild über die Homepages der Kommunen bekannt zu machen. „Ehewillige können im Rahmen der Anmeldung der Eheschließung die Trauräume der einzelnen Kommunen per Foto in Augenschein nehmen und sich dann individuell für den für sie passenden Ort entscheiden“, erläuterte Serviceverbundgeschäftsführer Frank Gleim.

Die Vorteile überwiegen also ganz klar, stellten die fünf Rathauschefs fest. Starten soll die IKZ beim Standesamtswesen zu Beginn des Jahres 2017, idealerweise zum 1. Januar, spätestens jedoch bis zum 1. April. „Momentan ist die Verwaltung in Frankenberg mit der Prüfung der Zusammenführung der Datenbestände der fünf Standesämter befasst“, informierte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß abschließend.

 

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