Grußwort zu Weihnachten und zum Jahreswechsel

Bürgermeister Rüdiger Heß dankt allen Menschen, die sich für die Stadt eingesetzt haben

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Tage vor Weihnachten und „zwischen den Jahren“ – wo man mitunter den Eindruck bekommen kann, dass die Zeit ein wenig still steht – ist eine Phase des Innehaltens im gewohnten Ablauf. Und es lohnt sich, gerade in diesen Tagen angesichts des furchtbaren Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt an die Geschichte der christlichen Botschaft zu denken. Gott kommt in die Welt, als Mensch, als kleines Kind. Er wird gleichsam zum Menschen, um den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich auch mit dem Islam zu beschäftigen - dem echten Islam und seiner Botschaft, die ja ebenfalls eine Botschaft von Gott an die Menschen ist. Dabei fallen uns vielleicht die ein oder andere Gemeinsamkeit beider Religionen ins Auge. Wir Menschen mit unserer Fehlerhaftigkeit und Unzulänglichkeit, in unser ganzen Zerbrechlichkeit – wir sind es Gott wert, dass er uns als Mensch begegnet, dass er unser Menschsein wertschätzt.

Frieden, Freiheit, Demokratie und Gleichberechtigung, soziale Absicherung und Wohlstand - gemessen an dem, was unseren Vorfahren besaßen – dass sind gewissermaßen die Botschaften, die das ‚christliche Abendland‘, die Europa in die Welt sendet. Und diese Botschaften werden empfangen: von den Menschen, die in ihren Ländern in Not sind, aber auch von denen, die uns unsere Freiheit und unseren Wohlstand neiden und die uns mit Anschlägen in Panik versetzen wollen. Mein Appell an dieser Stelle: lassen Sie sich nicht von Angst, von Vorverurteilung und von Abgrenzung in die Irre führen. Es kann keine 100%ige Sicherheit geben, die gibt es in keinem Bereich unseres Lebens. Das müssen wir einfach akzeptieren. Dennoch sollten wir uns von dem guten Gefühl leiten lassen, dass im Hintergrund von den Behörden alles Menschenmögliche getan wird, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.

Apropos ‚gutes Gefühl‘: was haben Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, für ein Gefühl, wenn Sie auf die Entwicklung unserer Stadt Frankenberg schauen? – Hoffentlich doch ein positives, wenn Sie an die Projekte in den vergangenen Monaten und Jahren denken?

Mit Zuschussmitteln der Förderprogramme zur Stadtsanierung und den ‚Aktiven Kernen‘ konnten wir in den vergangenen Jahren weite Teile unserer Innenstadt neu gestalten. Vor wenigen Wochen wurde nun die Fußgängerzone fertiggestellt.

Frankenberg wandelt sein Antlitz. Ich beobachte dazu viel Dynamik auch von Seiten der Geschäfte, Kaufleute, Gastronomie, von Betrieben und Eigentümern. Wussten Sie, dass in 2017 eine Gesamtsumme von weit mehr als 50 Millionen Euro in unserer Stadt investiert werden wird? Allein 17,25 Millionen Euro tragen die Stadt und die städtischen Unternehmen mit dem am 21. Dezember einstimmig beschlossenen Haushalt für 2017 bei. Dazu kommen noch Haushaltsmittel von drei Millionen Euro aus dem letzten Haushaltsjahr für die Sanierung des Bahnhofgebäudes. Über 20 Millionen Euro werden im gewerblichen Bereich für Neubauten und Betriebserweiterungen investiert. Weitere 10 Millionen Euro werden für den privaten Hausbau im Bockental aufgebracht. Dort sind in dem neuen Bauabschnitt schon mehr als 40 Baugrundstücke verkauft. Diese Investitionen schaffen und sichern Arbeitsplätze in den Betrieben der Region, sie verschönern unser Lebensumfeld und sie sorgen für weitere Dynamik und Schwung in unserer Stadt.

Die Aussichten für 2017 sind also gut bis hervorragend. Fakt ist: Frankenberg wird sich verändern, die Welt wird sich verändern, wir alle werden uns verändern. Lassen wir uns dabei nicht verunsichern oder von Angst leiten. Es ist immer eine ganz persönliche Sichtweise, ob das berühmte „Glas halb voll oder halb leer“ ist. Die Berliner jedenfalls haben auf den Anschlag mit einem gemeinsamen Konzert an der Gedächtniskirche mit Flüchtlingen und Einheimischen unter dem Motto „We are the World“ reagiert. Auch die türkischen Gemeinden im Frankenberger Land rufen in einem öffentlichen Appell dazu auf, die gemeinsamen Werte der christlichen und der islamischen Religion durch Terrorakte nicht zerstören zu lassen.

Ich danke zum Ausklang des Jahres 2016 allen Menschen, die sich für die Stadt Frankenberg (Eder) und für unsere Wertegemeinschaft der gegenseitigen Achtung und des Respekts eingesetzt haben. Ohne die Mithilfe der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wäre unsere Gesellschaft insgesamt nicht funktionsfähig. Ich freue mich, wenn wir alle mit dem gleichen Elan und im konstruktiven Miteinander in 2017 für unsere Stadt und die Stadtteile wieder viel erreichen können.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr!

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

 

Rüdiger Heß

Bürgermeister

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