Rathaus

Spielzeiten des Glockenspiels:
täglich: 11:45 und 15:45 Uhr

Das Frankenberger Rathaus mit seinen 10 Türmen, im Herzen der Altstadt zwischen der Liebfrauenkirche und dem Steinhaus gelegen, stellt ein besonderes Kleinod spätgotischer Baukunst dar und wird als eines der schönsten Fachwerk-Rathäuser angesprochen. 1421 brachen die Frankenberger ihr erstes Rathaus mit seinen Brotbänken ab. Es entstand an gleicher Stelle ein neuer dreigeschossiger Fachwerkbau, der zweimal ringsherum übersetzt war, mit 10 Erkern und 4 großen Toren. Doch schon 1476 brannten nicht nur alle Fachwerkwohnhäuser der Stadt, sondern auch das erst rd. 50 Jahre alte Rathaus ab. 1509 begannen die Frankenberger mit dem Neubau ihres dritten Rathauses, das dem abgebrannten ähnlich sein sollte. Vier Jahr brauchten die Handwerker für den Neubau in seiner jetzigen Gestalt.

Die Gefache des Rathauses waren ursprünglich mit Lehm und Flechtwerk ausgefüllt. Erst 1561 wurde das eichene Fachwerk an der Südseite und an der Nordseite mit hochkantig/schräg gestellten „gebackenen Steinen" ausgemauert. Die zwischenzeitlich restaurierten großen Zifferblätter der Rathausuhr an der Südseite und an der Nordseite tragen die Jahreszahl 1572. Die damals eingebaute Uhr mit ihrem Räderwerk und den Steingewichten wurde auf dem Rathausboden „in den Ruhestand" versetzt und 1981 durch eine neue Uhrenanlage ersetzt. Ebenfalls im Jahre 1572 wurde der Dachreiter mit Laterne (Glockenturm) eingedeckt und am 20.6.1572 mit einer Wetterfahne versehen. Dieser Tag der endgültigen Fertigstellung des Rathauses dürfte ein Freuden- und Jubeltag für die Frankenberger gewesen sein. Ursprünglich war das Fachwerk weder verschiefert noch verputzt. Weil erhebliche Schäden an den Balken, den Vorschwellen und Latten durch Fäulnis auftraten, beantragte die Stadt 1778 beim Landgrafen, die Giebelwand des Rathauses in den Obergeschossen zu verschiefern und im Untergeschoss zu verputzen. 1779 wurde mit diesen Arbeiten begonnen. Die Freilegung des Fachwerks vom Putz erfolgte an der Nordseite 1927 und an der Südseite (zum Obermarkt hin) 1939. Ein Versuch der Stadt auch den Schiefer von den Wänden abzunehmen, scheiterte um 1950 am Einspruch der Denkmalpflege.Die Anbauten am Rathaus sind nicht ursprünglich. An der Westseite wurde 1797 ein „Wachthaus" für die Nachtwächter, die in der Hauptsache Kuh- und Schweinehirten waren, angebaut. Vom Wachthaus aus traten die Nachtwächter damals, mit Horn, Laterne und Spieß ausgerüstet, ihren nächtlichen Rundgang durch die Stadt an. Im Rathaus befindet sich im Erdgeschoss die eindrucksvolle Rathaushalle (Schirn), die früher als Markt-, Versammlungs-, Fest- und Gerichtshalle verwendet wurde. Sie hat eine Länge von 22 m, eine Breite von 9 m und ist mit ihren drei mächtigen Stützen 5,50 m hoch. Auch heute findet neben anderen Veranstaltungen und Empfängen samstags der Wochenmarkt in der Rathaushalle statt.An der Nordseite des Obergeschosses finden wir das mit wertvollen Möbeln ausgestattete Trauzimmer der Stadt. In diesem hängt ein Hirschgeweihleuchter mit dem Wappen der hessischen Landgrafen von 1562.

Das Glockenspiel wurde 1999 eingebaut.